Peter H. (links), ehemals Filialleiter einer großen deutschen Bank und Karl-Heinz F. (rechts), ein ehemaliger Star-Rechtsanwalt sind zwei der bedauernswerten Opfer des Flevo-Bike. Die beiden Freunde sind vor einigen Monaten der Liegerad-Sucht anheimgefallen.
Peter H. erzählt: "Begonnen hat alles ganz harmlos: ein Freund kam eines Tages mit seinem neuen Flevo-Bike zum Squash und sagte: 'Versuch's doch auch mal!'. Ich dachte mir: 'Ein Mal kann ja nicht schaden', und setzte mich auf das Rad. Die ersten Fahrversuche führten nur zu seltsamen Verrenkungen, und das vor den schadenfrohen Augen der Umstehenden! Das gab mir einen Stich. Auch Kalle (Karl-Heinz F., d. Red.) machte keine bessere Figur. Abends saßen Kalle und ich dann noch bei Paolo. Unser Versagen ließ uns keine Ruhe. Da gab es etwas, was wir nicht konnten! Wir beschloßen, das zu ändern. Gleich am nächsten Tag gingen wir nach Feierabend, ohne unseren Frauen davon zu erzählen, in so einen Liegerad-Laden und kauften uns zwei Flevos. Damit begann der Abstieg. Wir verbrachten all unsere Freizeit mit dem Versuch, die Flevos zu fahren, ohne nennenswerten Erfolg zu haben. Dabei vernachlässigten wir Familie und Freunde. Außerdem begannen wir aus Verzweiflung über unser Versagen zu trinken. Erst wurde Kalle von seiner Frau verlassen, dann zog auch Irene, meine Frau, mit den Kindern zu ihrer Mutter. Da wir inzwischen täglich 18 Stunden das Flevo-Fahren übten, verloren wir beide unsere Stellung und damit unsere Wohnung.
Wir waren am Ende: Da saßen wir auf der Straße und waren noch nicht einmal in der Lage, unsere Räder zu fahren. Ein Sozialhelfer gab uns dann den Tip, es doch mal mit Trikes zu probieren. Die seien auch von weniger Begabten (er vermied damit das Wort 'Versager') zu fahren. Mit seiner Hilfe tauschten wir unsere Flevos gegen gebrauchte Flevo-Dreiräder ein, die wir nach einiger Zeit auch zu fahren lernten, luden Schlafsack und Weinflaschen in die Gepäckwannen und ziehen damit nun von Ort zu Ort." Karl-Heinz F. dazu: "Dabei war ich so stolz, als ich mit fünf Jahren mein erstes Fahrrad bekam und habe mir geschworen. 'Du setzt dich nie mehr auf ein Dreirad!' Und jetzt das! Diese Schande!"
Sie sehen, werte Leser, mit Flevos kann man nicht vorsichtig genug sein. Bereits der erste Versuch kann zu dauerhaften Schäden führen. Also: Hände weg davon! Warnen Sie auch Ihre Kinder!
Falls es jemand noch nicht gemerkt haben sollte: Personen und Handlung sind frei erfunden. Ich habe keine Ahnung, wer die beiden Trike-Fahrer sind, das Foto stammt von Marcel Wijkstra's hervorragender Web-Seite (leider nicht mehr online) über holländische Liegeräder.