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Hier der Bericht vom November 1996 über den Beginn meiner Flevo-Sucht: Geständnis eines SüchtigenNoch vor Kurzem war ich ein glücklicher und zufriedener Mensch. Liegeräder waren für mich die Sache einiger weniger Verrückter, aufrechte Räder die Wahl aufrechter Bürger.
Es mußte also ein Liegerad her. Nicht nur irgendein Liegerad, sondern das härteste, was es auf dem Markt gab: ein Mit Vorderrad-Antrieb und Knicklenkung! Als ob nicht die über einhundertjährige Geschichte des Radfahrens gezeigt hätte, daß ein richtiges Fahrrad ein gelenktes Vorderrad und ein angetriebenes Hinterrad hat! Nicht umsonst sind die vorderradgetriebenen Hochrad-Dinosaurier schon zu Beginn der Evolution ausgestorben! Ruhelos durchstreifte ich die Lande, bis ich mehrere Hundert Kilometer von der Heimat entfernt fündig wurde. Ein Glücklicher, der seine Sucht mit Hilfe einer festen Zweierbeziehung überwunden hatte, verkaufte mir sein Flevo. Damit begann die Zeit der Selbstzweifel. War ich doch schon seit über 25 Jahren in der Lage, ein Fahrrad sicher zu bewegen, so gelang mir mit dem Flevo-Bike auf Anhieb gar nichts. Sollte ich etwa grundsätzlich unfähig sein, dieses Rad zu beherrschen? Musste ich etwa auf das Flevo-Dreirad umsteigen, so wie diese beiden gescheiterten Existenzen? Nach zähem Üben zeigten sich glücklicherweise die ersten Erfolgserlebnisse, heute bestimme bereits ich die meiste Zeit die Richtung! Doch führt die Steigerung des Könnens keineswegs zu einem Gefühl der Zufriedenheit, sondern es laufen meine Ansprüche immer ein Stück vor mir her. Zur Zeit arbeite ich daran, freihändig zu fahren! Ich wage gar nicht, mir vorzustellen, zu was mich meine kranke Phantasie drängen wird, habe ich dieses Ziel erst einmal erreicht. Nachtrag: Bereits im Februar 1997 war auch die Hürde des Freihändigfahrens überwunden. Und schon trieb die Sucht neue Blüten und mich aufs Eis! |
Letzte Bearbeitung: 18.08.2000