Kloatscheeten am 19.3.2000

Seit einigen Jahren schon ist es bei der Verwandtschaft meiner Frau Tradition, sich einmal im Jahr zusammenzufinden. Anlass dafür ist das Kloatscheeten, eine mit dem Boßeln verwandte norddeutsche Sportart, bei der es darum geht, eine mit Blei beschwerte Holzscheibe, den Kloat (aus dem Holländischen: Klumpen), möglichst weit einen Weg entlang zu schießen (scheeten).

Man kann nach vielen verschiedenen Regeln spielen. Mal ist der Kloat zu werfen, mal zu rollen. Mal spielt man auf Distanz, mal auf Zeit. Bei uns gelten folgende Regeln:

Die Teilnehmer werden in zwei Mannschaften (blau und rot) aufgeteilt, wobei darauf geachtet wird, dass Paare getrennt werden. Jeder Teilnehmer erhält eine Kartonscheibe in der Mannschaftsfarbe. Die Zahl auf der Scheibe bestimmt die Reihenfolge der Teilnehmer innerhalb der Mannschaft. Die Verliererfarbe des Vorjahres beginnt.

Der erste Teilnehmer rollt den Kloat so weit, wie er kann. Dann ist immer die Mannschaft an der Reihe, deren Kloat weiter hinten liegt. Haben alle Teilnehmer einmal den Kloat geschossen, erhält die Mannschaft einen Punkt, deren Kloat weiter vorne liegt. 

Nach einer kurzen Pause wird die nächste Runde gespielt, wobei die Verlierermannschaft der letzten Runde beginnt. Wir spielen üblicherweise vom Startplatz zu einem Cafe (diesmal das Isterberger Waldcafé), wo eine größere Pause eingelegt wird und dann wieder zurück zum Ausgangspunkt. Gesamtsieger ist diejenige Mannschaft, die am Ende die meisten Punkte gesammelt hat.

Dieses Jahr siegte Rot mit 4 zu 2 Punkten über Blau. 

Danach kommt noch das Königsschießen, bei dem es darum geht, einen in einiger Entfernung aufgestellten Holzklotz mit dem Kloat zu treffen. Hier treten jeweils die Männer, Frauen und Kinder/Jugendlichen jeweils gegeneinander an.

Auf dem Foto präsentieren Ludger und Lea, die Sieger der Männer- und Kinderkategorie, den zu treffenden Holzklotz. Bei den Frauen siegte Heike.

Hinderlich beim Werfen sind die auf dem platten Land üblichen Entwässerungsgraben, in denen der Kloat bei einem unsauberen Wurf gerne verschwindet. Daher gehört der Käscher zur Grundausstattung. 

Da dieser Sportart bevorzugt in der kalten Jahreszeit nachgegangen wird, ist es enorm wichtig, sich zwischen den Runden durch die Einnahme geeigneter Getränke (Glühwein, Korn, etc.) warm zu halten.

Sollte sich ein Sportler durch die Kombination von Anstrengung und wärmenden Getränken übermäßig aufheizen, ist auch die Abkühlung mit einer Flasche Bier erlaubt.

Gehässige Menschen behaupten, das Trinken sei der Hauptzweck des Kloatscheetens, der Sport nur der Vorwand. Diese Unterstellung weise ich energisch zurück! Beweis: bei uns wird auch die Einnahme alkoholfreier Getränke geduldet. :-)

Um die für ca. 20 Personen notwendige Menge an Getränken transportieren zu können, wird ein Bollerwagen mitgeführt. Im Vordergrund sind noch einmal die beiden Kloats in Mannschaftsfarben zu erkennen.

Nach dem Kloatscheeten ist es Tradition, sich bei einem Grünkohlessen zu erholen. Dieses Jahr fand es im Bistro Gare du Nord im alten Bentheimer Bahnhof statt.

An dieser Stelle herzlichen Dank an Willi und Monika, die den Tag wie auch schon in den Vorjahren hervorragend organisiert haben. Ich freue mich schon auf das nächste mal.

Die meisten Fotos auf dieser Seite stammen von Sandra, ohne deren Digitalkamera die schnelle Umsetzung nicht möglich gewesen wäre.

Alle Fotos, die mit der Digitalkamera gemacht worden sind, gibt es in der Fotogalerie

Nachtrag: Inzwischen gibt es auch einen Eintrag zum Kloatscheeten bei Wikipedia.

Letzte Bearbeitung: 24.09.2009